Recht und Realität – ein Gegensatz?

Unsere neue Onlinereihe diskutiert genau diese Frage und macht den Realitätscheck

Ob Recht und Realität gefühlt übereinstimmen, hat sehr viel damit zu tun, was wir als gerecht ansehen und welche Erfahrungen wir machen. Dass unsere Gesetze halten, was sie versprechen – dafür sorgt der Rechtsstaat. Seit dem 24. Juli finden Sie auf unserem Instagram-Kanal und der Webseite rechtundrealitaet.de unsere neue Reihe „Recht und Realität“. In kurzen Posts lädt die Stiftung zum „Realitätscheck“ ein. Ausgehend von großen gesellschaftlichen Alltagsthemen gehen wir den Fragen nach: Wie viel Recht steckt da drin und wo liegen die Herausforderungen in der Realisierung des rechtlichen Anspruchs? Keine einfachen Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt – und genau darum geht es in „Recht und Realität“. Denn grundsätzlich genießen Gesetze bei 70 Prozent der Menschen in Deutschland „sehr viel“ oder „ziemlich viel“ Vertrauen (Roland Rechtsbericht 2023, S. 11). Umfragen zufolge ist aber das Gerechtigkeitsempfinden in Deutschland niedrig (Baarck et al. 2022, S. 5) – Gesetze allein sind nicht zwangsläufig dafür verantwortlich, dass wir uns gerecht behandelt fühlen.

Eine Grafik mit Paragraphenzeichen und der Aufschrfit #rechtunrealität.

Recht und Realität im Check

Ab dem 24. Juli 2023 haken wir deshalb auf Instagram und unserer Seite rechtundrealitaet.de nach und diskutieren zu Recht und Realität. Auf unserem Instagram-Kanal bieten Posts und Reels Impulse, um zu aktuellen Themen und Fragestellungen zu sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz, Gleichstellung, Partizipation und Migration ins Gespräch zu kommen und zu untersuchen, was das jeweils mit dem Rechtsstaat zu tun hat. Dabei richtet sich die Reihe insbesondere an junge Menschen. 

Eine provokante Ausgangsthese zu gesellschaftlichen Konfliktfeldern und ein zeitgemäßes Design laden dazu ein, einzutauchen. Die Themen werden jeweils aus zwei Blickwinkeln beleuchtet: Wie steht es im Gesetz und wie ist die Realität? Unsere Posts können nicht ein gesamtes komplexes Themenfeld ausleuchten. Das Ziel der Reihe spiegelt sich vor allem in der Frage am Ende der Informationsposts wider: „Was meinst du?“ Nutzer:innen werden zum Nachfragen, Nachdenken und zur eigenständigen Auseinandersetzung angeregt. Gemeinsam mit der Community und moderiert durch die Stiftung bieten die Posts Anlässe zum Austausch und zur Debatte. Für die vertiefende Auseinandersetzung versammelt die Website rechtundrealitaet.de alle Inhalte, bietet weiterführende Informationen, Links zu Gesetzestexten und Quellen.

Illustration einer Justicia-Statue mit der Aufschrift "Justice, Baby!", der Podcast zu Recht und Gerechtigkeit. Die Figur ist in leuchtenden Farben grafisch dargestellt. Sie trägt eine Maske, Kopfhörer und hält eine Waage in der rechten Hand. © Stiftung Forum Recht, Grafik: Pikdrei

In unserem Podcast “Justice, Baby!” sprechen wir mit Expert:innen über vielfältige Gerechtigkeitsvorstellungen und darüber, was das mit Recht zu tun hat.

Die eine Realität?!

Das Zusammenspiel aus eigenem Erleben, Recht, Politik, Gesellschaft, Medien und vielem anderen entscheidet, wie gerecht wir unsere jeweilige Realität wahrnehmen. Rechtszugänge, Rechtsprechung, rechtskultureller und gesellschaftlicher Wandel – unsere Gesellschaft ist vielfältig und wandelt sich stetig – das muss das Recht miteinbeziehen. Das Recht bietet das Koordinatensystem, in dem tagtäglich für alle tragbare Kompromisse ausgehandelt werden. Daher gibt es zu all unseren Themen vielfältige gesellschaftliche, aber auch juristische Haltungen. Durch den „Realitätscheck“ wird dies sichtbar gemacht. Beispielsweise, indem auf die Bewertung von Gesetzen durch zivilgesellschaftliche Akteure verwiesen wird oder auch der rechtskulturelle Wandel, der sich etwa in der Novellierung von Gesetzen zeigt.

#LetsTalkAboutRecht #RechtUndRealitaet

Nachweise:

ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG, ROLAND RECHTSREPORT 2023.
Julia Baarck/Mathias Dolls/Kai Unzicker/Lisa Windsteiger, Gerechtigkeitsempfinden in Deutschland, Gütersloh 2022 (im Auftrag der Bertelsmann Stiftung).