15. April 2026
Programm des Bundesforums 2026
Vorträge, Barcamps und Workshopangebote
Programm des Bundesforums 2026
Impulsvorträge, Workshops und Barcamp
Hier veröffentlichen wir fortlaufend aktualisiert das Programm des 1. Bundesforums Rechts- und Rechtsstaatsvermittlung.
Datum: Fr, 27. und Sa, 28. November 2026Ort: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Trefftz-Bau, Gustav-Freytag-Straße 43-45, 04277 Leipzig
Anmeldung: Zur kostenfreien Teilnahme können Sie sich hier anmelden.
Im Nachgang an das Bundesforum findet am Abend des 28. November ein Alumnitreffen für bisherige Teilnehmende von Fortbildungsformaten (Studienreisen, Thementage etc.) und Kooperationspartner:innen der Stiftung Forum Recht statt.
Der Call for Contributions ist geschlossen. Beiträge zum Programm konnten bis 28. Juni 2026 eingereicht werden. Unsere Auswahl entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Programm.
Konferenzsprache: Vorträge, Panels und die Moderation des Bundesforums finden in deutscher Sprache statt.
Barrierefreiheit:
Die Konferenzräume in der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig sind weitestgehend barrierearm. Der barrierefreie Zugang zum Gebäude erfolgt über die Bernhard-Göring-Straße.
Informationen zur Barrierefreiheit weiterer Veranstaltungsorte finden Sie bei den jeweiligen Programmpunkten.
Bei Fragen zur Barrierefreiheit oder wenn Sie individuelle Unterstützungsbedarfe haben, kontaktieren Sie uns gerne unter: bundesforum@stiftung-forum-recht.de
Ansprechperson:
Thomas Stelzl, Leiter Vermittlung und Bildung
bundesforum@stiftung-forum-recht.de
Freitag, 27. November 2026
Führung durch das Stasi-Unterlagen-Archiv Treffpunkt: Dittrichring 24, 04109 Leipzig
Im Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig wird die Überlieferung der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung Leipzig und ihrer 13 Kreisdienststellen verwahrt, erschlossen und zugänglich gemacht. Insgesamt lagern im Archiv 5.736 laufende Meter Unterlagen, darunter mehr als 2,8 Millionen Karteikarten.
Während des Rundgangs durch das Archiv erhalten Sie einen Einblick in die Struktur und Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei sowie die Aufarbeitung und heutige Nutzung der Unterlagen.
Die Führung wird angeboten vom Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig, das seit 2021 Teil des Bundesarchivs ist.
Um Voranmeldung über das Anmeldeformular wird gebeten.
Dauer: bis ca. 12:00
Treffpunkt:
Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig Dittrichring 24
04109 Leipzig
Bitte beachten Sie, dass das Gebäude leider nicht vollständig barrierefrei ist.
Führung mit Diskussion im Alten Rathaus: „Im Zweifel für den Angeklagten. Der Fall Woyzeck“ Treffpunkt: Festsaal im Alten Rathaus, Markt 1, 04109 Leipzig
Eines der erfolgreichsten Vermittlungsangebote des Stadtgeschichtlichen Museums ist der Rundgang „Im Zweifel für den Angeklagten. Der Fall Woyzeck“. In einer Mischung aus Stadtrundgang und Workshop verhandeln Eva Lusch und Annemarie Riemer den historischen Mord des Leipzigers Johann Christian Woyzeck an seiner Geliebten Johanna Christiane Woost. Ein Fall, der dank des gleichnamigen Dramas Georg Büchners nicht nur Medizin-, sondern auch Justizgeschichte geschrieben hat – denn ganze drei Jahre wurde um ein Urteil und die Zurechnungsfähigkeit des Mörders gerungen. Dabei spielt der Museumsstandort – das Alte Rathaus – selbst eine tragende Rolle: Ab 1556 war das Gebäude jahrhundertelang zentraler städtischer Verwaltungssitz, Handelsort, Festsaal und zugleich Gerichtsort.
Um Voranmeldung über das Anmeldeformular wird gebeten.
Dauer: bis ca. 12:00
Treffpunkt:
Festsaal im Alten Rathaus
Markt 1
04109 Leipzig
Ein barrierefreier Zugang mit Fahrstuhl ist möglich. Bitte geben Sie uns bei entsprechendem Bedarf gerne vorab Bescheid.
Stadtrundgang „Recht stadtlich!“ Treffpunkt: Simsonplatz 1, 04107 Leipzig
Wie ist das nun eigentlich mit der Versammlungsfreiheit? Was macht das Bundesverwaltungsgericht? Was hat es mit dem Fall „Woyzeck“ auf sich? Und was hat das Recht mit unserem Alltag zu tun?
Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Stiftung Forum Recht auf ihrem Stadtrundgang „Recht stadtlich!“. Der rund drei Kilometer lange Stadtrundgang beginnt auf dem Platz vor dem Bundesverwaltungsgericht, führt am Landgericht, Neuen Rathaus und Stasi-Unterlagen-Archiv vorbei zum Marktplatz und von dort weiter durch die Mädler-Passage zur Nikolaikirche sowie zum Augustusplatz bis zu den Räumen der Stiftung Forum Recht. Die Tour beleuchtet Orte rund um das Recht, wie drei große Gerichte, an denen Recht gesprochen und geprüft wird. Die Reiseleiter:innen erläutern spannende Rechtsfälle wie den Fall Woyzeck, Egenberger und Mephisto. Vorbei an einem der größten Rathausgebäude der Welt, wandern wir auf den historischen Spuren der Stadt und des Rechtsstaates: Folgen Sie uns und lernen Sie Leipzig von einer neuen Seite kennen!
P.S.: Mit unserem Konzept „Recht stadtlich! DIY“ können Sie selbst einen Rundgang zum Thema Recht durch Ihre Stadt durchführen. Alle Infos unter: www.stiftung-forum-recht.de/recht-stadtlich-diy
Um Voranmeldung über das Anmeldeformular wird gebeten.
Dauer: bis ca. 12:00
Treffpunkt:
Vor dem Bundesverwaltungsgericht
Simsonplatz 1
04107 Leipzig
Halten Sie bitte nach einem orangen Schirm Ausschau!
Die Tour endet an der Stiftung Forum Recht, Universitätsstraße 20, 04109 Leipzig.
Der Rundgang ist barrierearm und umfasst einen ca. 3 km langen Spaziergang.
Get-Together und Anmeldung Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Foyer im Trefftz-Bau, Gustav-Freytag-Straße 43-45, 04277 Leipzig
Empfang mit Getränken und kleinem Imbiss
Tagungsbeginn Großer Hörsaal
Begrüßung durch Dr. Cord Brügmann, Direktor der Stiftung Forum Recht, und Thomas Stelzl, Leiter des Bereichs Vermittlung und Bildung.
Impulsvortrag: „Live aus Karlsruhe – ein Blick hinter die Kulissen der ARD-Rechtsredaktion““ – Dr. Frank Bräutigam (Leiter der ARD-Rechtsredaktion) Großer Hörsaal
Dr. Frank Bräutigam ist Volljurist und Journalist und leitet seit 2010 die ARD-Rechtsredaktion des SWR in Karlsruhe. Er ist in Limburg und Aachen aufgewachsen und gewann neben journalistischen Tätigkeiten für die „Badische Zeitung“ Fernseherfahrung bei Stationen im ZDF-Studio Brüssel, sowie in den Rechtsredaktionen von ARD und ZDF. Er berichtet über Rechtsthemen und die hohen Gerichte in Karlsruhe, Luxemburg und Straßburg u. a. für die Tagesschau und betreute Magazinformate wie den „ARD-Ratgeber Recht“ oder „Die Sofa-Richter“. Zudem entwickelte er Formate wie den Bürgertalk „Im Namen des Volkes – Deutschland fragt zum Grundgesetz“.
Impulsvortrag: „Die im Dunkeln sieht man nicht“ – das Recht im Leben aus Sicht eines sozialen Trägers der Wohnungslosenhilfe in Karlsruhe“ – Lissi Hohnerlein (Bereichsleitung Frauen und geschäftsführende Vorständin von SOZPÄDAL e.V.) Großer Hörsaal
Lissi Hohnerlein arbeitet seit 30 Jahren beim Verein Sozpädal, der im Bereich der Wohnungslosenhilfe und Jugendhilfe seit fast 50 Jahren in Karlsruhe aktiv ist. Sie leitet den Bereich wohnungslose Frauen und ist seit vielen Jahren geschäftsführende Vorständin. Der Verein hat 80 Beschäftigte.
Impulsvortrag: „Recht braucht Reichweite – zwischen Clickbait und Verantwortung“ – Martina Flade (Anwältin und Influencerin) Großer Hörsaal
Martina Flade ist Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Strafrecht und Medienrecht sowie ehemalige Staatsanwältin und Strafrichterin. Unter @anwaeltin.martina (Link leitet direkt weiter zu Instagram) erreicht sie auf Instagram mehr als 150.000 Menschen und vermittelt dort rechtliche und gesellschaftspolitische Themen einem breiten Publikum. Durch ihre berufliche Erfahrung und ihre eigene Präsenz in den sozialen Medien beschäftigt sie sich intensiv mit dem Spannungsverhältnis zwischen digitaler Öffentlichkeit, Meinungsbildung und Rechtsstaat. Zudem ist sie regelmäßig als Rechtsexpertin in verschiedenen Medienformaten zu sehen.
Impulsvortrag: „Erfahrungen aus dem Klassenzimmer eines Gymnasiums in Leipzig – Rechtskunde als Teil politischer Bildung “ – Stefanie Richter (Lehrerin an der Louise-Otto-Peters-Schule in Leipzig) Großer Hörsaal
Stefanie Richter (geb. 1978 in Thüringen) studierte nach ihrem Diplom in Politikwissenschaft Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft (GRW) auf Lehramt in Leipzig. Neben Ihrer Tätigkeit als Gymnasiallehrerin in Leipzig ist sie Fachausbildungsleiterin (Lehrerausbildung) und Fachberaterin für Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft.
Fish-Bowl-Diskussion mit Dr. Frank Bräutigam und Lissi Hohnerlein
Fish-Bowl-Diskussion mit den beiden Referent:innen Dr. Frank Bräutigam (Recht im Journalismus) und Lissi Hohnerlein (Recht im Sozialen).
Dr. Frank Bräutigam ist Volljurist und Journalist und leitet seit 2010 die ARD-Rechtsredaktion des SWR in Karlsruhe. Er ist in Limburg und Aachen aufgewachsen und gewann neben journalistischen Tätigkeiten für die „Badische Zeitung“ Fernseherfahrung bei Stationen im ZDF-Studio Brüssel, sowie in den Rechtsredaktionen von ARD und ZDF. Er berichtet über Rechtsthemen und die hohen Gerichte in Karlsruhe, Luxemburg und Straßburg u. a. für die Tagesschau und betreute Magazinformate wie den „ARD-Ratgeber Recht“ oder „Die Sofa-Richter“. Zudem entwickelte er Formate wie den Bürgertalk „Im Namen des Volkes – Deutschland fragt zum Grundgesetz“.
Lissi Hohnerlein arbeitet seit 30 Jahren beim Verein Sozpädal, der im Bereich der Wohnungslosenhilfe und Jugendhilfe seit fast 50 Jahren in Karlsruhe aktiv ist. Sie leitet den Bereich wohnungslose Frauen und ist seit vielen Jahren geschäftsführende Vorständin. Der Verein hat 80 Beschäftigte.
Fish-Bowl-Diskussion mit Martina Flade und Stefanie Richter
Fish-Bowl-Diskussion mit Martina Flade (Recht in den Sozialen Medien) und Stefanie Richter (Recht in der Schule).
Martina Flade ist Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Strafrecht und Medienrecht sowie ehemalige Staatsanwältin und Strafrichterin. Unter @anwaeltin.martina (Link leitet direkt weiter zu Instagram) erreicht sie auf Instagram mehr als 150.000 Menschen und vermittelt dort rechtliche und gesellschaftspolitische Themen einem breiten Publikum. Durch ihre berufliche Erfahrung und ihre eigene Präsenz in den sozialen Medien beschäftigt sie sich intensiv mit dem Spannungsverhältnis zwischen digitaler Öffentlichkeit, Meinungsbildung und Rechtsstaat. Zudem ist sie regelmäßig als Rechtsexpertin in verschiedenen Medienformaten zu sehen.
Stefanie Richter (geb. 1978 in Thüringen) studierte nach ihrem Diplom in Politikwissenschaft Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft (GRW) auf Lehramt in Leipzig. Neben Ihrer Tätigkeit als Gymnasiallehrerin in Leipzig ist sie Fachausbildungsleiterin (Lehrerausbildung) und Fachberaterin für Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft.
„Das Politikteil“ – Live-Aufzeichnung des DIE ZEIT-Podcasts Bundesverwaltungsgericht, großer Sitzungssaal
Zu Gast: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Andreas Voßkuhle (Präsident des Bundesverfassungsgerichts a. D.)
Moderation: Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing (Die ZEIT)
Der ZEIT-Podcast „Das Politikteil“ ist im Rahmen des Bundesforums Rechts- und Rechtsstaatsvermittlung der Stiftung Forum Recht und der ZEIT Podcast-Tour 2026 zu Gast in Leipzig. Einmal in der Woche treffen sich die Podcast-Hosts Tina Hildebrandt, Chefkorrespondentin, und Heinrich Wefing, Ressortleiter im Ressort Politik der ZEIT und sprechen über Politik: Was sie antreibt, was sie anrichtet, was sie erreichen kann.
Am 27. November 2026, um 18:00 Uhr sind die beiden mit ihrem Podcast live vor Ort im Bundesverwaltungsgericht und sprechen mit Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts a. D. Gemeinsam diskutieren sie über aktuelle Fragen des Rechtsstaats und die Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts in unserer Demokratie.
Ort: Großer Sitzungssaal Bundesverwaltungsgericht, Simsonplatz 1, 04107 Leipzig
Anfahrt: Mit der Straßenbahn (ca. 5 Minuten Fahrt): Tram 10 / 11 von Haltestelle Connewitzer Kreuz bis Haltestelle Leipzig, Münzgasse/LVZ, anschließend ca. 5 Minuten Fußweg
Ca. 30 Minuten zu Fuß vom Connewitzer Kreuz
Service: Öffentliche Abendveranstaltung – auch für Gäste, die nicht am Bundeforum teilnehmen. Kostenfrei und ohne Anmeldung.
Über die Podcast-Hosts
Tina Hildebrandt ist Chefkorrespondentin der ZEIT. Sie wurde 1970 in Nürnberg geboren und wuchs im Rheinland auf. In Bonn studierte sie Politologie, Geschichte und Germanistik, die Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung erlebte sie ab 1991 als Redakteurin beim Mitteldeutschen Express in Halle/Saale. Seit 1994 berichtet sie über deutsche Regierungspolitik, zunächst als Parlamentskorrespondentin des Kölner Express in Bonn, bevor sie 1997 ins Hauptstadtbüro des Nachrichtenmagazins Der SPIEGEL wechselte. Seit 2004 ist sie politische Berichterstatterin der ZEIT in unterschiedlichen Funktionen, unter anderem arbeitete sie als Chefkorrespondentin und leitete mehrere Jahre das Hauptstadtbüro der ZEIT zusammen mit Marc Brost. Von 2022 bis 2026 leitete sie gemeinsam mit Heinrich Wefing die Politikredaktion der ZEIT. Tina Hildebrandt ist seit 2020 Co-Moderatorin des wöchentlichen Podcasts „Das Politikteil.“
Heinrich Wefing wurde am 9. Juli 1965 in Darmstadt geboren und wuchs in Hamburg auf. Er studierte Rechtswissenschaft und Kunstgeschichte in Bonn und Freiburg und wurde 1994 mit einer Arbeit über Parlamentsarchitektur zum Dr. iur. promoviert. 1995 hospitierte er in der politischen Redaktion der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT, anschließend im Feuilleton der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). 1996 trat er in die Feuilletonredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein. Von 1997 bis 2001 war er deren Kulturkorrespondent in Berlin. Von 2002 bis 2004 berichtete er für die FAZ aus San Francisco von der amerikanischen Westküste. 2004 bis 2007 leitete Wefing das Feuilleton-Büro der FAZ in Berlin. 2008 kehrte er nach Hamburg zurück, als Mitglied der politischen Redaktion der ZEIT . Von 2010 an war er stellvertretender Ressortleiter des Politikressorts, seit 2018 ist er Co-Ressortleiter. Seit 2020 ist er Co-Moderator des wöchentlichen Podcasts „Das Politikteil.“ Er gehört zu den Initiatoren der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die 2016 veröffentlicht wurde.
Gemeinsames Abendessen Ort wird noch bekanntgegeben
Gemeinsames Abendessen für Tagungsteilnehmende (auf eigene Kosten).
Der Ort wird zeitnah bekannt gegeben.
Um Voranmeldung über das Anmeldeformular wird gebeten.
Samstag, 28. November 2026
Workshop 1: Vom Gerichtsverfahren zum Reel: Recht verständlich erklärt Großer Hörsaal
Von Celine Huck / Carolin Kley (Oberlandesgericht Karlsruhe)
Social Media entwickelt sich immer mehr zur Hauptinformationsquelle vieler Menschen. Auch über die Justiz und besonders über Gerichtsverfahren wird in den sozialen Medien berichtet. Dabei entstehen jedoch häufig verkürzte, missverständliche oder sogar sachlich unzutreffende Darstellungen. Für Gerichte stellt sich deshalb die Frage, wie komplexe rechtliche Zusammenhänge verständlich, sachlich korrekt und zugleich attraktiv für digitale Zielgruppen vermittelt werden können.
Der Workshop greift diese Herausforderung anhand eines konkreten Praxisbeispiels auf. Ausgangspunkt ist eine realitätsnahe Berichterstattung über einen Gerichtsprozess, die typische Probleme juristischer Kommunikation sichtbar macht: verkürzte Schlagzeilen, fehlende Einordnung rechtlicher Maßstäbe oder Missverständnisse hinsichtlich gerichtlicher Entscheidungen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird zunächst analysiert, welche Aspekte der Berichterstattung problematisch sind und welche Informationen fehlen, um den Fall angemessen zu verstehen.
Anschließend wird die Perspektive gewechselt: Wie könnte ein Social-Media-Format aussehen, das dieselbe Thematik rechtlich korrekt, verständlich und zielgruppengerecht erklärt? Ausgehend von den Erfahrungen der Referentinnen wird gemeinsam mit den Teilnehmenden in einem kollaborativen Prozess ein Konzept für ein kurzes Reel entwickelt. Dabei werden zentrale Fragen behandelt: Welche Botschaft soll vermittelt werden? Wie lassen sich juristische Inhalte vereinfachen, ohne sie zu verfälschen? Und wie können Gerichte soziale Medien nutzen, um Transparenz und Vertrauen zu fördern?
Workshopinhalte beim Bundesforum
Ziel des Workshops ist es, die Potenziale moderner Justizkommunikation erfahrbar zu machen und konkrete Methoden für die Übersetzung komplexer Rechtsinhalte in zeitgemäße digitale Formate zu vermitteln. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in die Arbeit des Accounts „Recht SymBadisch“ (direkter Link auf eine externe Webseite), erproben kreative Ansätze der Justizkommunikation und entwickeln ein besseres Verständnis dafür, wie Gerichte mit den Herausforderungen digitaler Öffentlichkeit umgehen können. Gleichzeitig wollen die Macherinnen von „Recht SymBadisch“ mit den Teilnehmenden ins Gespräch kommen und von ihnen lernen: Wie können möglichst viele Menschen erreicht werden und was wünschen sich die Teilnehmenden von einem Account wie „Recht SymBadisch“?
Celine Huck ist Rechtspflegerin am Amtsgericht Karlsruhe.
Carolin Kley ist Richterin am Landgericht Karlsruhe.
Mit einem geringen Teil ihrer Arbeitskraft betreiben sie als Mitglieder des Social-Media-Teams des Oberlandesgerichts Karlsruhe den Account „Recht SymBadisch“ auf verschiedenen Plattformen wie Instagram, LinkedIn und Facebook.
Über „Recht SymBadisch“
Seit Oktober 2025 gewährt das Social-Media-Team des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe unter dem Label „Recht SymBadisch“ auf kommerziellen wie nicht-kommerziellen Plattformen Einblick in die Justiz des OLG-Bezirks. In vielen unterschiedlichen Formaten erklärt es rechtliche Themen verständlich und zeigt, wie Gerichte arbeiten und was hinter den Kulissen vor sich geht. Ob spannende Entscheidungen, Wissenswertes rund um den Rechtsstaat oder authentische Einblicke in verschiedenen Berufsgruppen – das Ziel ist es, die Justiz transparent und nahbar zu machen, den Dialog mit den Bürger:innen zu fördern und zu vermitteln, dass eine unabhängige Justiz für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist und allen Menschen offensteht.
Workshop 2: Der „Jurakurs für Gerichtsreporter“ Kleiner Hörsaal
Von Dr. Laurent Lafleur (Oberlandesgericht München)
Die Gerichtsreportage ist nach wie vor ein bei Tageszeitungen, Magazinen und Online-Publikationen, aber auch zunehmend in Podcasts beliebtes Genre. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Justiz und damit in den Rechtsstaat lebt von einer sachgerechten Berichterstattung über die Arbeit von Gerichten.
Allerdings tauchen dabei immer wieder inhaltliche Fehler auf. Da erlassen Staatsanwält:innen Haftbefehle, das Schöffengericht des Landgerichts und die Strafkammer des Oberlandesgerichts verhängen Freiheitsstrafen in Beschlüssen, die dann mit der Berufung angegriffen werden. Diese Fehler sind auch nicht überraschend, sind doch Gerichtsreporter:innen üblicherweise nicht juristisch vorgebildet.
Ausgehend von dieser Erkenntnis wurde in der Pressestelle des Oberlandesgerichts München die Idee eines „Jurakurses für Gerichtsreporter“ entwickelt, in dem Journalist:innen die Grundlagen des Rechts, insbesondere strafrechtliche und strafprozessuale Abläufe, erläutert werden. Dies geschieht vor allem in Dialogform und mit der Beantwortung von (sehr) vielen Fragen, ein Frontalunterricht wird vermieden. Ziel ist es, den Journalist:innen die Kenntnisse zu vermitteln, die für eine grundlegend sachgerechte Berichterstattung erforderlich sind. Daneben stand aber von Anfang an auch die Idee, die Justiz als nahbar, pressefreundlich und serviceorientiert darzustellen.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Im Workshop wird das Konzept „Jurakurs für Gerichtsreporter“ ausführlich vorgestellt und zur Diskussion gestellt. Auch auf ein weiteres Angebot für Journalist:innen zum Zivilrecht unter Mitwirkung der Pressestelle für Zivilsachen des Landgerichts München I wird der Referent eingehen.
Im Rahmen des Workshops sollen die Teilnehmer:innen zudem kurz in die Rolle von Journalist:innen versetzt werden und es soll das didaktische Konzept des „Jurakurses“ live demonstriert werden.
Dr. Laurent Lafleur ist Richter am Oberlandesgericht München und leitet seit 2022 die dortige Pressestelle. Dort entwickelte er u. a. den „Jurakurs für Gerichtsreporter“ und das Format „Justiz live“.
Er war nach dem Jura-Studium in Bochum und Passau als wissenschaftlicher Mitarbeiter an strafrechtlichen Lehrstühlen in Passau, an der Bucerius Law School und der Universität Augsburg tätig und promovierte im Völkerstrafrecht. 2006 trat er in die bayerische Justiz ein, zunächst bis 2010 als Staatsanwalt, insbesondere in der Abteilung für Tötungsdelikte. Nach einem dreijährigen Aufenthalt am Amtsgericht München (Familiengericht und allgemeine Zivilsachen) kehrte er zur Staatsanwaltschaft als stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung für Tötungsdelikte zurück. Seit 2020 ist er Richter am Oberlandesgericht München (zunächst Staatsschutzsenat, nunmehr Beschwerdesenat).
Workshop 3: Theatervermittlung – Stückbezogene Vermittlungsangebote als Anlass für demokratische Aushandlungsprozesse Seminarraum 1
Von Hannah Rech / Daria Schirmer (Badisches Staatstheater)
Im Theater werden Themen verhandelt, die gesellschaftliche Prozesse spiegeln. Ob Oper, Ballett, Schauspiel oder Theater für junges Publikum – es erlaubt uns, über Stellvertreter:innen auf der Bühne einen Perspektivwechsel vorzunehmen und in bisher unbekannte Welten einzutauchen. Es stellt Fragen und zeigt Widersprüche auf. Hier setzt die Abteilung Kunst + Vermittlung des Badischen Staatstheaters an. In theaterpädagogischen Vor- und Nachbereitungen werden diese gesellschaftlichen Fragestellungen sichtbar gemacht und vertieft. Die Methoden der Theaterpädagogik erlauben es, selbst tätig zu werden und über künstlerische Prozesse diesen Fragestellungen auf den Grund zu gehen. Die unterschiedlichen Stücke im Spielplan gehen dabei sehr spezifisch verschiedensten Themen nach.
Die Stückentwicklung nach „Robin Hood“ stellt die Frage nach Verteilungsgerechtigkeit. Anhand der Bühnenversion des Romans „Die Welle“ lässt sich die Grenze zwischen Ordnung und Willkür von Regeln erfahren, die unsere Gemeinschaft strukturieren. Auch das Stück „Riesen Probleme“ zeigt Kindern ab 5, wie es sich anfühlt, Regeln zu hinterfragen. Die Geschichte der „Comedian Harmonists“, umgesetzt als Musiktheaterstück, macht die Beschneidung der Kunstfreiheit in der NS-Zeit greifbar. Das Stück „Mädchenschrift“ beleuchtet strukturelle Gewalt durch Catcalling und sexualisierte Übergriffe, die Mädchen schon im Teenageralter erfahren. Dies ist nur ein unvollständiger Ausschnitt der Themenspektren, die der Spielplan zu bieten hat und die in Workshops mit unterschiedlichen Altersgruppen bearbeitet werden.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Der Workshop im Rahmen des Bundesforums soll neben einer kurzen Vorstellung des Konzepts und der Inszenierungen praktische Einblicke in die angewandten Methoden geben und einzelne Übungen exemplarisch mit den Teilnehmenden erproben. Ziel dieser Übungen ist es, altersgerechte Diskussionen anzuregen, sich in die Situationen auf der Bühne einzufühlen und einen Transfer auf die eigene Lebensrealität zu erreichen. Dabei greifen wir auf einen umfangreichen Methodenkoffer aus Rollenspielen, Körperübungen und Diskussionsformaten zurück.
Hannah Rech studierte Deutsch, Technik, Kunst und Musik auf Lehramt. Es folgte ein Studium der Theaterpädagogik an der FAU Erlangen-Nürnberg.
Sie begleitete als Regieassistenz, Schauspielerin und Theaterpädagogin Produktionen am Theater Ravensburg und war bei einer Theatergruppe für Jugendliche mit Behinderung der Stiftung KBZO Weingarten tätig. Für das Medienlabor Ravensburg konzipierte sie Workshops zur Medienbildung und dem Umgang mit digitalen Medien.
Am Staatstheater Kassel übernahm sie die theaterpädagogische Vermittlung zahlreicher Produktionen in den Sparten Schauspiel, junges Staatstheater und Oper. Mit Mapping Dystopia realisierte sie gemeinsam mit Elisabeth Müller und Sabine Koller eine immersive Stadtperformance mit Bürger:innen aus und um Kassel. Im Rahmen der Mapping-Reihe arbeitete sie auch erneut mit Menschen mit Behinderung.
Seit ihrer Gründung in der Spielzeit 24/25 leitet sie die Abteilung Kunst + Vermittlung des Badischen Staatstheaters.
Daria Schirmer studierte an der Philipps-Universität Marburg „Kunst, Musik und Medien: Organisation und Vermittlung“ sowie Kulturvermittlung mit Schwerpunkt Musik an den Universitäten Aix/Marseille und Hildesheim. An der Oper Frankfurt absolvierte sie die Ausbildung zur Spielleiterin für szenische Interpretation für Musik und Theater.
Sie ist Teil des Vermittlungsteams des Theaterfestivals für junges Publikum „Starke Stücke“ in Frankfurt am Main.
Sie ist seit der Spielzeit 2019/20 als 1. Sopran Mitglied des Extrachors des Badischen Staatstheaters Karlsruhe und seit der Spielzeit 2024/25 Vermittlerin mit dem Schwerpunkt Oper in der Abteilung Kunst + Vermittlung des Badischen Staatstheaters.
Die Abteilung Kunst + Vermittlung am Badischen Staatstheater entwickelt innovative Formate an der Schnittstelle von Theater, Gesellschaft und Bildung. Mit partizipativen Projekten, Workshops, Publikumsgesprächen und Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und sozialen Einrichtungen eröffnet sie vielfältige Zugänge zu Oper, Schauspiel, Ballett, Konzert, Digitaltheater und jungem Staatstheater. Zu spezifischen Themen werden Expertisen verschiedener Institutionen der Stadtgesellschaft hinzugezogen. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe zu stärken, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und das Theater als Ort des Austauschs und der Begegnung zu gestalten. Die Abteilung verbindet künstlerische Praxis mit gesellschaftlicher Reflexion und richtet sich an Menschen aller Altersgruppen.
Workshop 4: „Einspruch!” Workshop zum Rechtsstaat im Museum Hohenasperg Seminarraum 2
Von Dr. Caroline Gritschke (Haus der Geschichte Baden-Württemberg)
Das Museum „Hohenasperg – Ein deutsches Gefängnis“ gibt Einblicke in das Leben von 23 Häftlingen aus drei Jahrhunderten. Ein Schwerpunkt liegt auf den politischen Gefangenen der Revolution von 1848. Dabei werden sowohl das Leben der Häftlinge dargestellt als auch die Ebene der Staatsmacht mit ihren Strafinteressen und die Blicke der Öffentlichkeit auf das Gefängnis und die Inhaftierten.
Das Format „Einspruch! – Workshop zum Rechtsstaat“ ist Bestandteil des Bildungs- und Vermittlungsprogramms des Museums. Der Workshop richtet sich an Schüler:innen aller Schularten und vermittelt sowohl Rechtsstaatsprinzipien als auch rechtsphilosophische und -ethische Aspekte des Strafrechts: Wie geht der Staat mit den Individuen um, über die er Macht hat? Welche Rechte haben die Einzelnen? Im Museum Hohenasperg stehen dabei Methoden und Inhalte historisch-politischer Bildung im Zentrum. Historischer Wandel und Alteritätserfahrungen werden vermittelt und auf die Gegenwart der Teilnehmenden bezogen. Die Schüler:innen schlüpfen in die Rolle von „Anwält:innen“ der historischen Häftlinge.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Im Rahmen des Workshops auf dem Bundesforum können die Teilnehmenden nach einem kurzen Impuls zum Museum Teile des Workshops erproben. Im Anschluss tauschen wir uns zum Workshopkonzept und den angewandten Methoden aus. In einem weiteren Impuls wird von den Vermittlungszielen und der Evaluierung des Workshops berichtet. Zum Abschluss diskutieren die Teilnehmenden eine perspektivische Erweiterung dieses für Schulen erfolgreichen Workshops für die Erwachsenenbildung.
Dr. Caroline Gritschke ist Historikerin und Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung am Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. Sie hat zudem Lehraufträge an der Universität Stuttgart und an der Hochschule Esslingen für Migration und Gender und ist Jurykoordinatorin in der Landesjury des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten der Körber-Stiftung.
Workshop 5: „Arbeiten für den Rechtsstaat“ – Gerichtsverhandlungen für Kinder Seminarraum 3
Von Dr. Katharina Bode-Weßnick / Dr. Barbara Helmert / Kristina Schönfeldt / Dr. Nadine Voß (Bundesverwaltungsgericht und weitere Gerichte)
Am Tag der offenen Tür des Bundesverwaltungsgerichts unter dem Motto „Arbeiten für den Rechtsstaat“ bot eine Gruppe von wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen im Rahmen des Familienprogramms drei simulierte Gerichtsverhandlungen für Kinder an. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wurde eine der simulierten Gerichtsverhandlungen im Rahmen einer Projektwoche einer Grundschule zum Thema „Berufe kennenlernen“ für eine Gruppe von Schüler:innen wiederholt.
Ziel war es, den Kindern (und ihren Eltern) die Arbeit des Gerichts, insbesondere die Tätigkeit der Richter:innen, die verschiedenen Verfahrensrollen und den Ablauf von Gerichtsverhandlungen näherzubringen. Der Clou des Formats war, dass die Kinder alle Beteiligtenrollen übernahmen, d. h. die der Richter:innen, der klägerischen Rechtsanwält:innen sowie der Behördenvertreter:innen auf Beklagtenseite und der Wachtmeister:innen.
Mit Hilfe der wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen führten sie einen zuvor kindgerecht vorgestellten Fall selbst einer Lösung zu. Jede Gruppe lernte in einem Briefing die eigene Rolle bzw. Interessenlage und die üblichen Abläufe einer Gerichtsverhandlung zunächst abstrakt und dann durch die Umsetzung konkret kennen. Die für die Kinder aufbereiteten Fälle beruhten auf mehreren Verfahren, die tatsächlich vor Gerichten verhandelt worden waren. Wie die Gerichte jeweils entschieden hatten, wurde den Kindern erst nachträglich erläutert.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Im Workshop beim Bundesforum wird zunächst das Projekt ausführlich vorgestellt. Dabei erhalten die Teilnehmenden Einblicke in bestehende Herausforderungen der pädagogischen und didaktischen Arbeit und sollen dafür interaktiv Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Im Anschluss wird einer der kindgerecht aufbereiteten Fälle dargestellt und mit dem Publikum diskutiert. Zudem werden die Referentinnen berichten, wie die Kinder zu einer Lösung gekommen sind.
Katharina Bode-Weßnick war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverwaltungsgericht, ist Richterin am Verwaltungsgericht Lüneburg und derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Bundesverfassungsgericht abgeordnet.
Dr. Barbara Helmert ist Richterin beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht und war zuvor u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin und persönliche Referentin des Präsidenten am Bundesverwaltungsgericht tätig.
Kristina Schönfeldt ist Oberregierungsrätin und derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverwaltungsgericht. Zuvor war sie Richterin auf Probe am Bayerischen Verwaltungsgericht Würzburg und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn tätig.
Dr. Nadine Voß ist Richterin am Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht und derzeit in Erprobung am Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht. Zuvor war sie u. a. wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverwaltungsgericht.
Workshop 6: YOUstice – interaktives Bildungsformat für Schüler:innen zu den Grundlagen des Justizsystems in Luxemburg Seminarraum 4
Patricia Feider / Michèle Schilt (Zentrum fir politesch Bildung, Luxemburg)
„YOUstice“ (direkter Link auf eine externe Webseite) will Schüler:innen ab 10 Jahren an die Grundlagen des Justizsystems in Luxemburg heranführen und für die Rolle der Dritten Gewalt in Demokratie und Rechtsstaat sensibilisieren.
Der Tages-Workshop wird in zwei Varianten angeboten: „YOUstice 10+“ für die Altersgruppe 10 bis 15 Jahre sowie „YOUstice 15+“ für Jugendliche ab 15 Jahren. „YOUstice“ ist dabei Teil eines umfassenderen Ansatzes des Zentrum fir politesch Bildung (Zentrum für politische Bildung, ZpB) in Luxemburg, das mit vergleichbaren Formaten bereits die Erste Gewalt (Legislative) und die sogenannte Vierte Gewalt (Presse) für Jugendliche erfahrbar macht. Ziel ist es, zentrale Säulen des demokratischen Systems zu erleben und ein grundlegendes Vertrauen in staatliche Institutionen und deren Funktionsweise aufzubauen – ein Vertrauen, das für das Funktionieren einer Demokratie unerlässlich ist. Gleichzeitig soll der Workshop aber auch Raum für kritische Fragen schaffen, die im direkten Dialog mit jenen Menschen diskutiert werden, die täglich in diesen Institutionen arbeiten.
Im Gerichtsgebäude beobachten die Schüler:innen eine Sitzung des Strafgerichts, gefolgt von einer moderierten Diskussion mit einer/einem Richter:in, Staatsanwalt:in oder Anwalt:in. Abschließend findet ein Rollenspiel statt, in dem die Jugendlichen eine fiktive Gerichtsverhandlung in einem Gerichtssaal simulieren. So werden abstraktes Rechtswissen und die Funktionsweise der Dritten Gewalt erlebbar.
Der Workshop entstand in enger Zusammenarbeit mit der Administration judiciaire Luxemburgs als institutionellem Partner. Diese Kooperation ermöglicht den Zugang zu Gerichtssälen sowie die Einbindung von Expert:innen in die Diskussionsrunden.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Im Rahmen des Bundesforums stellt das Zentrum fir politesch Bildung (Zentrum für politische Bildung; direkter Link auf eine externe Webseite) Luxemburg das Praxisbeispiel YOUstice vor. Der Fokus liegt auf den pädagogischen Zielen, der didaktischen Vorgehensweise, der Zusammenarbeit mit dem Gericht sowie Chancen und Herausforderungen der Rechtsstaatvermittlung.
Patricia Feider, geboren 1980, studierte an der Université catholique de Louvain in Louvain-la-Neuve zunächst Erziehungswissenschaften und Psychologie und absolvierte anschließend einen Master in Kriminologie. Ergänzend erwarb sie in Brüssel einen Masterabschluss in Politikwissenschaften.
Ihre berufliche Laufbahn begann sie für das luxemburgische Außenministerium. Seit 2010 unterrichtet sie Politik und Gesellschaft an einer luxemburgischen Sekundarschule.
Seit 2021 ist Patricia Feider außerdem im Service éducatif des Zentrum fir politesch Bildung (ZpB) tätig. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Rechtsstaatbildung. In diesem Rahmen entwickelt sie pädagogische sowie didaktische Materialien, die Jugendlichen einen praxisnahen Zugang zum luxemburgischen Justizsystem ermöglichen.
Michèle Schilt, geboren 1980, ist Ko-Direktorin der Stiftung „Zentrum fir politesch Bildung“ (Zentrum für politische Bildung) in Luxemburg. Michèle arbeitete 10 Jahre als Geschichtslehrerin an weiterführenden Schulen, bevor sie die Stiftung mitbegründete (2016). In ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf demokratische Schulkultur und die Entwicklung von Workshops für formale und nicht-formale politische Bildung.
Workshop 7: Wozu Rechtsstaat? – ein Rechtsstaatsbildungsprojekt für Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen Seminarraum 5
Von Sandra Kim / Annika Sondenheimer (Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen)
In Weiterentwicklung des Angebots für Rechtskunde und Rechtsstaatsbildung hat das Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen das Projekt „Wozu Rechtsstaat?“ (direkter Link auf eine externe Webseite) entwickeln lassen. Das Projekt reiht sich ein in das Bestreben der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, den Bürger:innen, die mit unserem Rechtsstaat, seinen Grundsätzen und Werten noch nicht umfassend vertraut sind, unsere Rechtsordnung zugänglicher und verständlicher zu machen.
Das Projekt „Wozu Rechtsstaat?“ befindet sich derzeit in der Pilotierung und wird in der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit eingesetzt. Zielgruppe sind Jugendliche ab 14 Jahren.
„Wozu Rechtsstaat?“ vermittelt in 5+1 Modulen Basiswissen über das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit und gibt jungen Menschen ein Verständnis für Recht und Rechtsstaat als demokratiebildendes und wertebasiertes System.
Im Fokus steht der Schutz von Minderheiten, durch den das Rechtsstaatsprinzip in der Ergänzung zum Demokratieprinzip die (Grund-) Rechte aller sicherstellt. Ziel ist es, an einem gemeinsamen Verständnis für Recht und Rechtsstaat zu arbeiten. Dabei wird ein kritisch-emanzipatorischer Bildungsbegriff zugrunde gelegt. Didaktisch stehen vor einer reinen Vermittlung von juristischem bzw. politischem Wissen die Erfahrbarkeit von Rechtsstaat und der persönliche Bezug zum Rechtsstaatsprinzip im Mittelpunkt.
Das Projekt fördert ein lebendiges Verständnis von Recht und Rechtsstaat als zentralen Elementen einer wertebasierten Demokratie. Schüler:innen werden ermutigt, am politisch-gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen, und bestärkt, einen mündigen und ungehinderten Zugang zu Recht und Rechtsstaat wahrzunehmen.
Methodisch ist das Projekt interaktiv angelegt und sieht Elemente wie Positionierungs- und Planspiele oder auch ein Argumentationstraining vor.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Im Rahmen des Workshops auf dem Bundesforum sollen zu der Entwicklung, den Inhalten und ersten Praxiserfahrungen berichtet werden. Daneben wollen wir die interaktiven Elemente des Projektes ausprobieren – auf dem Lernpfad des Workshops stehen das Spielen eines „Rechtsstaat und Grundgesetz“-Bingos ebenso wie das Üben des Perspektivwechsels und das Mini-Argumentationstraining zum Umgang mit rechtsstaatsbedenklichen Äußerungen.
Sandra Kim leitet im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen das Referat V 4, Vielfalt und Antidiskriminierung, Rechtsstaatsbildung und Rechtskunde. Sie hat zudem die Fachaufsicht über das Kompetenzzentrum für Vielfalt und Antidiskriminierung der Justiz NRW (KoViA).
Annika Sondenheimer ist Referentin im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen im Referat V 4, Vielfalt und Antidiskriminierung, Rechtsstaatsbildung und Rechtskunde.
Workshop 8: „Die Straße als Demokratielabor – Politische Meinungsbildung durch Versammlungen im Zusammenwirken von Veranstaltern, Behörden und Justiz“ Seminarraum 6
Von Prof. Dr. Christoph Enders / Prof. Dr. Henning Schwier / PD Thomas Wurche (Hochschule der Sächsischen Polizei)
Die Versammlungsgarantie nach Art. 8 GG ist ein wesentliches Funktionselement des demokratischen Rechtsstaats. Sie dient dazu, politischen Anliegen – auch von Minderheiten – außerhalb parlamentarischer Verfahren Geltung zu verschaffen. Eine gelungene Umsetzung von Versammlungsanliegen und damit das Gelingen von Demokratie ist maßgeblich davon abhängig, dass Veranstalter:innen, Behörden und ggf. die Justiz möglichst reibungslos zusammenarbeiten. Denn Versammlungen beeinträchtigen regelmäßig zugleich die Rechte Dritter. Ihre Durchführung fordert auch den Rechtsstaat heraus.
Die Teilnehmenden des Workshops leuchten das oben skizzierte Konfliktfeld am Beispiel des „Christopher Street Day, Dresden“ im Rahmen eines Planspiels aus. Aufgeteilt in Gruppen übernehmen sie die Rolle der im Versammlungsgeschehen maßgeblichen Akteur:innen (Veranstalter:innen, Versammlungsbehörde, Polizeivollzugsdienst) und „verhandeln“ die folgenden Problemstellungen:
- Anzeige CSD: Spaßveranstaltung oder politisches Anliegen?
- Blockade durch rechte Gegendemonstranten: Zulässige Gegendemonstration oder bloße Verhinderung?
Die Teilnehmenden vollziehen den rechtlichen Konflikt nach. Sie denken sich in „ihre“ spezifischen Rollen hinein. Bestenfalls gelingt es, im Zusammenwirken mit den anderen Gruppen eine tragfähige Lösung zu entwickeln, die dem Anliegen des oder der Veranstalter:in gerecht wird und gleichzeitig rechtliche Grenzen beachtet. Soweit das im Einzelnen scheitert, muss eine weitere Gruppe von Teilnehmenden, die durch Los anteilig aus jeder der Gruppen bestimmt wird, eine gerichtliche Lösung herbeiführen.
Workshopinhalte im Rahmen des Bundesforums
Der Workshop im Rahmen des Bundesforums ermöglicht es allen Teilnehmenden, das Planspiel aktiv zu erleben, in die notwendigen Rollen zu schlüpfen und gemeinsam zu einer Lösung zu finden. Im Anschluss wird das Erlebte mit Rücksicht auf die politischen Möglichkeiten, die der Rechtsstaat eröffnet und die Grenzen, die er zieht, reflektiert und die Methodik des Planspiels diskutiert.
Prof. Dr. Christoph Enders war Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Staats- und Verfassungslehre an der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig, wo Polizei- und Versammlungsrecht zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehörten. Er ist Direktor des Georg Jellinek-Zentrums für Staatswissenschaften und moderne Verwaltung.
Prof. Dr. Henning Schwier ist Professor für Rechtswissenschaften an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH). Er befasst sich mit dem Staats- und Verwaltungsrecht, insbesondere dem Gefahrenabwehrrecht mit Schwerpunkt im Versammlungsrecht. Darüber hinaus ist er Stellvertretender Direktor des Sächsischen Instituts für Polizei- und Sicherheitsforschung (SIPS) und Mitglied des Vorstandes der Vereinigung für Polizeirecht (VPR).
PD Thomas Wurche ist in unterschiedlichen Funktionen an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) tätig. Der Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit ist das Thema Polizeiliches Einsatzmanagement insbesondere in komplexen Einsatzlagen.
Barcamp: Was muss Rechts- und Rechtsstaatsvermittlung leisten und wie kann sie gelingen? Großer Hörsaal
Das Barcamp ist ein offenes und partizipatives Format, bei dem die Agenda und Inhalte gemeinsam von den Teilnehmenden gestaltet werden. In parallelen Sessions ist Raum für Impulse, Austausch, Diskussionen und Vernetzung. Themen und Methoden der Rechts(staats)vermittlung und weitere Fragen, die sich im Laufe der Tagung ergeben, können hier eingebracht und besprochen werden.
Moderation: Kerstin Gröger
Start des Barcamps ist im großen Hörsaal. Anschließend verteilen sich die Sessions auf die verschiedenen Seminarräume.
Mittagspause Foyer
Catering vor Ort
Workshop 1: Verfassungsgeschichte(n): Orte auf dem Weg zur deutschen Demokratie – Bildhaft – Spielerisch – Digital Verortet Großer Hörsaal
Von Dr. Kai-Michael Sprenger (Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte)
Die Geschichte der Demokratie in Deutschland reicht mit ihren Frühformen, ihrer Genese und ihren Wurzeln weit über die Zeit der Weimarer Republik und die demokratischen Neuanfänge nach 1945 hinaus. Die Bundesstiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte fördert die Auseinandersetzung mit dieser wechselvollen und durchaus ambivalenten deutschen Demokratiegeschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart und damit verbunden das aktive Erinnern an Personen und Gruppen, die sich immer wieder für Grundrechte, Freiheit und politische Teilhabe eingesetzt haben, und an Orte, an denen sich die Prozesse der Demokratiegeschichte manifestieren. Eine besondere Kategorie innerhalb der deutschen – und auch europäischen sowie globalen – Demokratiegeschichte markieren jene Orte, die seit dem späten 18. Jahrhundert mit den unterschiedlichen Verfassungen verbunden sind. Der Weg zum heutigen Grundgesetz war durch einige Umwege gekennzeichnet. Wichtige Etappen der Verfassungsgeschichte, Stationen und Rechtsentwicklungen im 19. Jahrhundert, von der Weimarer Reichsverfassung bis hin zur Einbindung des deutschen Grundgesetzes in die europäischen Institutionen kennzeichnen diesen Weg.
Wie tragen wir diese Verfassungsgeschichte(n) und ihre Orte in die breite Öffentlichkeit hinein?
Die bisherigen Ansätze der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte verstehen sich als bildhaft, spielerisch und digital verortet. Die erste stiftungseigene Publikation ist der Bildband „Verfassungsorte: Stationen auf dem Weg zur deutschen Demokratie“, der Leser:innen mit auf eine Reise zu 26 historischen Orten und Gebäuden nimmt, die die Entwicklung der deutschen Demokratie maßgeblich geprägt haben. Die Idee ist, historische Einordnung mit visueller Eindrücklichkeit zu verbinden und an konkreten Orten anschaulich zu machen.
Ergänzt wurde der Bildband mit dem Memory „Verfassungsgeschichte(n)“ zum Aufdecken, Kombinieren und Erinnern. Spielerisch werden Kartenpaare gesucht zu 18 prägenden Orten der deutschen Verfassungsgeschichte – von der Paulskirche in Frankfurt/M. bis zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, vom Hambacher Schloss bis zur Nikolaikirche in Leipzig. Die Spielkarten wiederum verlinken auf die stiftungseigene Website, die anhand einer digitalen Karte Orte der Demokratiegeschichte verzeichnet und über diese informiert.
Ein besonderes Format der Stiftung ist das Ein-Personen-Theaterstück „Wir das Grundgesetz“. In diesem kurzweiligen Stück bekommt die deutsche Verfassung selbst eine Stimme: Auf humorvolle und unterhaltsame Weise zeigt sie, wie relevant Grundrechte für unser tägliches Leben sind. Sie führt durch die Stationen der deutschen Verfassungsgeschichte – besonders lebendig wird es, wenn sich auch „Mutter Weimar“ und „Großmutter Paulskirche“ zu Wort melden.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Ein wesentlicher Teil des Workshops wird ein Quiz zu Aspekten, Orten und Personen der deutschen Verfassungsgeschichte sein. Ein Originaldruck des Grundrechtekataloges der Paulskirchenverfassung von 1848 wird als authentisches Dokument einen besonderen Zugang zum Thema ermöglichen. Das Ein-Personen-Theaterstück „Wir, das Grundgesetz“ setzt schließlich den glanzvollen Schlusspunkt der Veranstaltung.
Dr. Kai-Michael Sprenger leitet seit Oktober 2023 als Gründungsdirektor die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte. Er ist als Beirats- bzw. Vorstandsmitglied in verschiedenen Geschichts- und Kulturvereinen ehrenamtlich aktiv.
Workshop 2: Didaktik für Quereinsteiger:innen im Rechtskundeunterricht – Herausforderungen meistern, Praxisnähe gestalten Kleiner Hörsaal
Von Anke Vetter (Berufsschule für Sozialwesen und DPFA-Regenbogen-Fachoberschule Leipzig)
Die Vermittlung von Rechtskunde ist ein zentraler Baustein, um jungen Menschen die Bedeutung des Rechtsstaats für unsere Demokratie praktisch näherzubringen. Die Realität in den Klassenzimmern von (Berufs-)Schulen und in der Justizausbildung zeigt jedoch eine strukturelle Hürde: Viele Lehrkräfte in diesem Bereich sind Quereinsteiger:innen (wie Volljurist:innen oder Wirtschaftsjurist:innen). Die didaktische Vermittlung war nie Teil ihrer Rechtsausbildung. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Lehrbücher gibt, die passgenau auf die Lehrpläne abgestimmt sind, und es generell an zielgruppengerechten, modernen Materialien fehlt.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Dieser Workshop ist als partizipativer Praxis-Austausch für quereingestiegene Lehrkräfte und weitere Interessierte konzipiert. Gemeinsam gehen wir den drängendsten Fragen des Unterrichtsalltags auf den Grund: Wo lassen sich fundierte Materialien finden? Wie müssen diese gestaltet sein, um komplexe juristische Inhalte verständlich und anwendungsorientiert aufzubereiten? Welche Methoden – von Fallarbeit bis hin zu praxisnahen Exkursionen wie z. B. organisierten Gerichtsbesuchen – sind für einen lebendigen Unterricht sinnvoll?
Workshop 3: Zwischen Dogmatik und Demokratiebildung: Vermittlungsmodi von Recht im Vergleich Seminarraum 1
Von Prof. Dr. Nora Rzadkowski / Jacob Turnbull (Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg / Ruhr-Universität Bochum / Universität Hamburg)
Ein knackiges Beispiel oder der Blick in das Grundgesetz als Einstieg? Dogmatische Einordnungen oder kritische Diskussionen? Es gibt viele Wege, Recht zu vermitteln.
Der Workshop setzt hier an und nutzt das Beispiel der Meinungsfreiheit, um zu untersuchen, wie Recht in unterschiedlichen Kontexten für verschiedene Zielgruppen aufbereitet wird. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich die Vermittlung von Recht an Schüler:innen von der Vermittlung von Recht im Rahmen des juristischen Studiums unterscheidet und welche Auswirkungen diese Modi auf das Rechtsverständnis der Lernenden haben. Wir untersuchen, ob Recht als Wertesystem oder Text vermittelt wird und ob kognitive oder affektive Lernziele im Fokus stehen. Dabei betrachten wir, wie die gewählten Methoden und Übungsformate das Bild und Empfinden von Recht prägen – etwa ob es als stabil oder im Wandel begriffen wird, als technische Materie oder gesellschaftlich relevante Normen, die für das eigene Leben bedeutsam sind. Schließlich reflektieren wir, wie diese Vermittlungsmodi (implizit) das eigene Rollenverständnis im Umgang mit Recht beeinflussen: Verstehen Lernende sich als Rechtsunterworfene, als Rechtsinterpret:innen oder als aktiv Rechtsgestaltende?
Der Workshop ist partizipativ gestaltet und gliedert sich in drei Phasen:
- Exploration (Kleingruppen): Die Teilnehmenden sichten konkrete Bildungsmaterialien zur Meinungsfreiheit, die für diverse Zielgruppen (Schule, außerschulische Bildung, Universität) entwickelt wurden.
- Analyse und Systematisierung: Unter Rückgriff auf didaktische und rechtswissenschaftliche Taxonomien und Systematisierungen werden die Materialien analysiert.
- Metareflexion und Transfer: In einer abschließenden Diskussion werden die Erkenntnisse zusammengeführt. Die Chancen und Risiken der jeweiligen Vermittlungsmodi werden erörtert und es wird diskutiert, inwieweit die Ansätze durch die Kontexte bedingt sind oder inwieweit sie sich auch kombinieren ließen.
Der Workshop liefert praktische Einblicke in die Methodik der Rechtsvermittlung und trägt dazu bei, die Qualität und Wirkung von Bildungsangeboten kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Die Rechts(staats)vermittlung soll dabei mit der rechtswissenschaftlichen Fachdidaktik vernetzt werden.
Prof. Dr. Nora Rzadkowski ist Professorin für Öffentliches Recht mit Sozialversicherungsrecht an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg und forscht insbesondere zu Themen der rechtswissenschaftlichen Fachdidaktik. Sie hat an der Universität Hamburg ein hochschuldidaktisches Masterstudium absolviert sowie eine Dissertation zur Wissenschaftsdidaktik in der Rechtswissenschaft verfasst, die mit dem Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik ausgezeichnet wurde. Nora Rzadkowski ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Fachdidaktik der Rechtswissenschaft (GfDR).
Jacob Turnbull promoviert an der Ruhr-Universität Bochum im Gebiet der Rechtsdidaktik. Er hat das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg abgeschlossen. Dort ist er als Lehrbeauftragter tätig und studiert den Master Higher Education (MHE).
Workshop 4: Wer bestimmt die Themen? Was junge Menschen wirklich bewegt, Lebensweltenorientierte Rechts(staats)vermittlung und Demokratiebildung Seminarraum 2
Von Haram Dar / Janice Fuchs / Leonie Thomas (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung)
Welche Themen sind für die Rechts- und Rechtsstaatsvermittlung relevant – und wer entscheidet darüber? Häufig werden Inhalte von Erwachsenen, Institutionen oder Curricula vorgegeben. Gleichzeitig zeigt die Praxis: Junge Menschen erleben im Alltag oft, dass ihre Perspektiven wenig berücksichtigt werden, obwohl gerade diese Erfahrungen prägen, wie sie Recht, Gerechtigkeit und demokratische Prozesse verstehen.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Der Workshop setzt hier an und plädiert für eine konsequent lebensweltorientierte und partizipative Herangehensweise. Rechts- und Demokratiebildung werden dann wirksam, wenn sie anknüpfen, wo junge Menschen Recht und Demokratie tatsächlich erfahren: in ihrem Alltag, beim Aushandeln von Regeln, im Umgang mit Konflikten, in Fragen von Zugehörigkeit, Mitsprache und (Un-)Gerechtigkeit in Schule, sozialem Umfeld oder digitalem Raum. Ausgangspunkt sind daher nicht allein vorab definierte Themen, sondern die Fragen, Wahrnehmungen und Erfahrungen junger Menschen selbst. Erwachsene sind dafür verantwortlich, deren rechtliche und politische Dimension zu erschließen und aufzuzeigen.
Ziel ist es, Impulse für eine adressat:innenorientierte Themenentwicklung zu geben und zur Reflexion eigener Praxis anzuregen: Wie gelingt es, von einem Sprechen über junge Menschen zu einem Arbeiten mit ihnen zu kommen und daraus relevante Themen der Rechts(staats)vermittlung zu entwickeln?
Im Workshop erarbeiten wir, was wir unter einer lebensweltenorientierten Rechts- und Demokratiebildung verstehen können und welche Rolle Erwachsene dabei spielen.
Methodisch kombiniert der Workshop einen Impuls mit praxisnahen Einblicken sowie ein dialogisches Format: Mitglieder des VoiceUp!-Jugendnetzwerks bringen ihre Perspektiven auf die Beteiligung junger Menschen ein und stehen für Fragen sowie den direkten Austausch zur Verfügung. So entsteht ein unmittelbarer Perspektivwechsel und Teilnehmende erleben, wie Beteiligung selbst zum didaktischen Prinzip wird.
Haram Dar ist 22 Jahre alt und studiert Jura in Leipzig. Sein gesellschaftliches Engagement begann in der Schülervertretung als Landesschülersprecher in Bayern. Heute setzt er sich im VoiceUp!-Jugendnetzwerk der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung für mehr Mitsprache und Mitbestimmung junger Menschen ein. Für sein Engagement wurde er 2025 von der Allianz Foundation mit dem Movers of Tomorrow Award ausgezeichnet.
Janice Fuchs ist Referentin für Demokratiebildung bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Sie studierte Politikwissenschaft sowie Friedensforschung in Tübingen, Passau, Budapest und Bologna. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich insbesondere mit Demokratiebildung im Kindesalter.
Leonie Thomas (21) ist Teil des VoiceUp!-Jugendnetzwerks. Dort setzt sie sich dafür ein, jungen Stimmen in Politik und Gesellschaft Sichtbarkeit zu verschaffen. Nach ihren Freiwilligendiensten an Grundschulen in Deutschland und Ungarn studiert sie nun Förderpädagogik an der Universität Leipzig. Neben ihrem Studium arbeitet sie in der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Bereich Demokratiebildung.
Workshop 5: Recht als politische Bildung in Schulen Seminarraum 3
Von Dr. Jan-Phillip Steinfeld (Verwaltungsschule Hamburg)
Wenn Recht am Lernort Schule thematisiert wird, kann dies aus ganz verschiedenen Gründen geschehen: z. B. allgemeinbildend oder kompetenzorientiert in berufsbildenden Bildungsgängen. Insbesondere für die 1970er und 1980er Jahre gibt es dazu einen vielseitigen Bildungsdiskurs in der Bundesrepublik Deutschland. Aus der Zeit der Weimarer Republik gibt es Dokumente zum staatsbürgerlichen Unterricht. Abhandlungen über die nationalsozialistische Rechtserziehung sowie Dokumente zur Rechtskunde in der ehemaligen DDR liefern interessante Kontrastmaterialien. Seit den 1990er Jahren ist eine intensive Diskussion der Frage nach dem Recht als politische Bildung nicht mehr in einer vergleichbaren Breite identifizierbar. Eine bloße Fortsetzung erscheint fragwürdig.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Im Workshop geht es daher um die Frage: Welche Rolle sollte Recht in der politischen Bildung im Jahr 2026 spielen?
Er soll zeitgemäße Perspektiven auf Recht als politische Bildung hervorbringen. Es geht um eine Neubewertung der zu anderen Zeiten und Rahmenbedingungen gestellten rechtlichen Bildungsfragen. Gleichzeitig fordert der Workshop die Teilnehmenden dazu auf, sich über die Anschlussfähigkeit dieser Perspektiven an andere Bildungskonzepte wie Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und Global Citizenship Education (GCED) Gedanken zu machen. Denn gerade hier werden solche Bildungsfragen diskutiert, die existentielle Themen der heutigen Zeit wie Planetare Grenzen oder Globales Leben aufgreifen.
Methodischer Schwerpunkt des Workshops ist „Reframing“, welches der konstruktivistischen Didaktik zuzuordnen ist. Teilnehmende entwickeln im Austausch mit den anderen Teilnehmenden eine eigene, von ihnen als zeitgemäß eingeordnete Perspektive auf Recht als politische Bildung.
Workshop 6: Hochseriös und verspielt zugleich? Die österreichische Verfassung auf Instagram Seminarraum 4
Von Daniela Diesner / Michaela Schierhuber (Stiftung Forum Verfassung, Wien)
Der Instagramkanal @meineverfassung (Link leitet direkt weiter zu Instagram) macht Verfassung und Verfassungsgerichtsbarkeit für junge Menschen nahbar: zielgruppengerecht und trotzdem seriös, zeitgemäß und vertrauenswürdig, immer die Zielgruppe im Fokus.
Ziel des Workshops: Welche Learnings können aus dem Entwicklungsprozess und dem Betrieb eines solchen Medienformats mitgenommen werden?
Die Ausgangslage: Wie bringt man 16- bis 24-Jährige dazu, sich für die österreichische Verfassung zu interessieren? Nicht, indem man sie erklärt, sondern indem eine staatliche Institution ihrer Zielgruppe ernsthaft zuhört.
Die österreichische Verfassung regelt das Zusammenleben von neun Millionen Menschen. Kaum jemand unter 25 hat je eine Zeile davon gelesen, und die klassischen Wege, das zu ändern, erreichen diese Altersgruppe nicht.
Der Ansatz: Die Stiftung Forum Verfassung hat folgenden Weg gewählt: einen Instagram-Kanal, der nicht belehrt. Ausgangspunkt war kein Redaktionsplan, sondern Interviews mit jungen Menschen, die mit Recht und Politik nichts am Hut haben. Ihre Antwort war eindeutig: keine Erklärbär-Videos, keine angebiederte Coolness. Sie wollen jemanden, dem sie vertrauen und der auf Augenhöhe zeigt, was der Staat mit ihrem Leben zu tun hat. Bis hin zum Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs, der selbst vor der Kamera steht.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Der Workshop gliedert sich in drei Teile:
- Erfahrungsbericht zu Grundlagen, Motivation, Methoden und Herausforderungen des Projekts
- Interaktiver Mitmach-Teil, in dem die Teilnehmenden eine Methode aus dem Design-Sprint zur Entwicklung des Formats kennenlernen und ausprobieren werden
- Gemeinsame Diskussion über die Zugänge, Vorstellungen und Ergebnisse und die Möglichkeit, Fragen zu stellen
Workshop 7: Das Rechtsverständnis von Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf – Ergebnisse einer empirischen Studie & Desiderata der Rechtsstaatsbildung in der Ausbildung von Lehrkräften – ein Überblick über Probleme und mögliche Lösungen Seminarraum 5
Von Prof. Dr. Thomas Goll (TU Dortmund)
In dieser Session wird Prof. Dr. Goll zwei Kurzvorträge halten.
1. Das Rechtsverständnis von Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf – Ergebnisse einer empirischen Studie
Der Vortrag basiert auf der Dissertation „Rechtliches Lernen im Kontext inklusiver politischer Bildung“ von Dörte Kanschik. In dieser Arbeit hat sie die Vorstellungen von Jugendlichen zu Recht, Gesetz und Polizei untersucht. Mit Hilfe von bildgestützten Fallvignetten können Deutungen rechtlicher Situationen von Jugendlichen samt möglicher Missverständnisse sichtbar gemacht werden. Zudem ist das Fallprinzip als Methode rechtlichen Lernens erfahrbar.
2. Desiderata der Rechtsstaatsbildung in der Ausbildung von Lehrkräften – ein Überblick über Probleme und mögliche Lösungen
In diesem Vortrag geht Prof. Dr. Goll von der These aus, dass die Beschäftigung mit dem Grundgesetz zu den notwendigen Inhalten der politischen Bildung gehört. Am Beispiel des Verfassungsprinzips Rechtsstaat untersucht er, ob die selbstverständliche Präsenz des Grundgesetzes im fachdidaktischen Kanon zu einer faktischen Präsenz in einem qualitativ hochwertigen Politikunterricht führt. Dazu wird die normative Begründung dieses Inhaltsfeldes mit einer exemplarischen Analyse der Schul- und Lehrerbildungswirklichkeit in Nordrhein-Westfalen (und ggf. darüber hinaus) kontrastiert, um daraus bildungspolitische und politikdidaktische Folgerungen abzuleiten.
Prof. Dr. Thomas Goll war als Gymnasiallehrer tätig, bevor er zunächst an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und dann an der TU Dortmund lehrte. Dort hat er seit 2016 den Lehrstuhl für integrative Fachdidaktik Sachunterricht und Sozialwissenschaften inne.
Workshop 8: Rechtsstaatsverwirklichung oder Rechtsstaatsvermittlung: Kann Bildungsarbeit von Verwaltungspraxis lernen – oder doch andersherum? Seminarraum 6
Von Felix Speidel (Fachdienst Soziale Leistungen der Stadt Marburg)
Was wäre, wenn Bürger:innen den Staat verstehen, wenn er mit ihnen spricht? Keine revolutionäre Forderung und doch ist eine flächendeckende Umsetzung schwer. Das Sozialamt Marburg bemüht sich seit Jahren, seiner Pflicht zur Inklusion nachzukommen. Seit Anfang 2025 werden im Sozialamt Marburg Briefe, Bescheide und Nachfragen aktiv verständlich formuliert, um Rechtsstaat zu verwirklichen.
Verwaltungssprache entscheidet mit darüber, was in der Lebensrealität der Bürger:innen ankommt. Wer zum Beispiel unverständlich angeschrieben wird und schweigt, hat vielleicht auf ein Recht verzichtet, ohne es zu merken. Der oder die Sachbearbeiter:in in der Verwaltung glaubt gleichzeitig, dieses Recht verwirklicht und in das Leben der Menschen gebracht zu haben.
Hier verschränken sich Rechtsstaatsverwirklichung und Rechtsstaatsbildung. Ohne Wissen gibt es kein Verstehen. Dabei kann sich die Verwaltung nicht darauf ausruhen, dass Anwält:innen oder Bildungsvereine einspringen und für sie übersetzen. Sie muss auch selbst vermitteln und so Rechtsstaat ermöglichen.
Workshopinhalte beim Bundesforum
Im Vortrag erwarten Sie mehrere Beispiele aus der Praxis, die zeigen, wie Verwaltungssprache den Zugang zu Rechten beeinflusst und dass es dabei immer auch um Bildung und Wissen geht. Gemeinsam schauen wir darauf, welche Veränderungen verständliche Kommunikation bewirken kann und wo dabei Herausforderungen liegen. Anschließend bleibt viel Raum für Fragen, Diskussion und den Austausch eigener Erfahrungen.
Felix Speidel ist Jurist und leitet den Fachdienst Soziale Leistungen der Stadt Marburg. In der Marburger Stadtverwaltung hat er mehrere Projekte zur Stärkung des Rechtsstaats im Verwaltungsalltag angestoßen. Nach außen: Bescheide und Briefe so zu gestalten, dass sie für Bürger:innen verständlich sind. Nach innen: die Organisation so umzubauen und rechtliche Bildung einzuführen, dass Mitarbeitende Recht nicht nur anwenden, sondern verstehen und vermitteln können. Über das Projekt berichteten zuletzt FAZ und SZ. Die rechtsstaatlichen Implikationen beleuchtet er auch theoretisch und publiziert dazu u. a. im JuWiss-Blog (juwiss.de).
Alumnitreffen der Teilnehmenden vergangener Studienreisen und Thementage sowie Kooperationspartner:innen Stiftung Forum Recht, Universitätsstraße 20
Treffen und Rückblick in den Stiftungsräumen. Im Anschluss ab 19:30 Uhr gemeinsames Abendessen (auf eigene Kosten).
Um Voranmeldung über das Anmeldeformular wird gebeten.
Treffpunkt:
Stiftung Forum Recht
Universitätsstraße 20
04109 Leipzig
Zum Abendessen gehen wir anschließend gemeinsam zum Ratskeller Leipzig (Lotterstraße 1, ca. 5 min zu Fuß).
Sonntag, 29. November 2026
Rahmenprogramm: Führung durch das Bundesverwaltungsgericht Simsonplatz 1, 04107 Leipzig
Bei der Führung durch das Gerichtsgebäude werden die Geschichte und Architektur des Gebäudes vermittelt und Einblicke in die heutige Arbeitsweise des Gerichts gegeben. Neben den öffentlich zugänglichen Teilen des Gebäudes erhalten Sie Zutritt zu mehreren Sitzungssälen und zum ehemaligen Speisezimmer sowie zum Festsaal des Reichsgerichtspräsidenten.
Um Voranmeldung über das Anmeldeformular wird gebeten.
Dauer: bis ca. 12:00
Treffpunkt:
Bundesverwaltungsgericht
Simsonplatz 1
04107 Leipzig
Der Zugang zum Gebäude ist barrierefrei.
Rahmenprogramm: Führung durch das Zeitgeschichtliche Forum Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig
Das „Zeitgeschichtliche Forum Leipzig“ setzt sich mit der Geschichte Deutschlands und Europas seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auseinander. In der Dauerausstellung „UNSERE GESCHICHTE. Diktatur und Demokratie nach 1945“ stehen die SED-Diktatur, der Alltag in der DDR, die friedliche Revolution und Wiedervereinigung sowie das deutsch-deutsche Zusammenwachsen seit 1989 im Mittelpunkt. Rund 2.000 geschichtsträchtige Objekte, Fotos, Dokumente und Stimmen von Zeitzeug:innen veranschaulichen politische Ereignisse und individuelle Erfahrungen.
Die dialog-orientierte Führung lädt bei einem Rundgang durch die Ausstellung zu Fragen, Anregungen und Diskussionen ein.
Um Voranmeldung über das Anmeldeformular wird gebeten.
Dauer: bis ca. 12:00
Treffpunkt:
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig
Die Ausstellungsräume sind mit dem Rollstuhl zugänglich. Der Eingang zum Museum ist mit einer mechanischen Pendeltür versehen.
Stand: 01. Oktober 2026 (Änderungen vorbehalten!)