26. Oktober 2026
Verstehen vor Gericht: Wie Sprache ein faires Verfahren ermöglicht
Welche Rolle spielen Dolmetschen, Übersetzen und juristische Fachsprache für ein faires Gerichtsverfahren? Darüber diskutieren vier Fachleute am 4. November 2026 auf Einladung der Stiftung Forum Recht in Leipzig. Den historischen Ausgangspunkt bilden die Nürnberger Prozesse.
Leipzig. Wer an einem Gerichtsverfahren beteiligt ist, muss verstehen können, was verhandelt wird. Doch unterschiedliche Sprachen und schwer verständliche juristische Fachbegriffe können zur Hürde werden. Welche Folgen hat das für die Beteiligten und die Fairness eines Verfahrens? Wie können Dolmetschen und Übersetzen dazu beitragen, dass alle Beteiligten ihre Rechte wahrnehmen können? Und wie verständlich muss die Sprache des Rechts sein?
Diesen Fragen widmet sich die Stiftung Forum Recht bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch, 4. November 2026, von 19:00 bis 20:30 Uhr in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses in Leipzig.
Es diskutieren Prof. Dr. Tinka Reichmann, Professorin für Translationswissenschaft an der Universität Leipzig, Prof. Dr. Michael Zwanzger, Professor für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Europäische Rechtsharmonisierung an der Universität Leipzig, Cornelia Bannack, Vorsitzende des Vereins beeidigter Dolmetscher und Übersetzer Sachsen e.V. sowie Dr. Alexander Schwarz, Jurist und Co-Leiter des Programmbereichs Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung beim European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).
Von den Nürnberger Prozessen zur Rechtsprechung heute
Den historischen Hintergrund der Diskussion bildet die Ausstellung „Ein Prozess – Vier Sprachen“, die vom 30. September bis zum 26. November 2026 im Neuen Rathaus zu sehen ist. Bei den Nürnberger Prozessen standen nach dem Zweiten Weltkrieg führende Vertreter des nationalsozialistischen Regimes vor einem internationalen Gericht. Angeklagte, Richter, Ankläger und Zeugen sprachen unterschiedliche Sprachen. Damit alle Beteiligten dem Verfahren folgen konnten, wurde Simultandolmetschen in einem bis dahin beispiellosen Umfang eingesetzt. Die Ausstellung beleuchtet die Herausforderungen der sprachlichen Verständigung während der Prozesse und die Bedeutung des Dolmetschens für die internationale Rechtsprechung.
„Die Stiftung Forum Recht greift diese historischen Erfahrungen auf und richtet den Blick auf die Gegenwart: Sprachliche Verständigung ist bis heute eine wesentliche Voraussetzung für faire Gerichtsverfahren und den Zugang zum Recht“, betont Dr. Cord Brügmann, Direktor der Stiftung Forum Recht.
Die Podiumsdiskussion findet in Kooperation mit dem Verein „Konferenzdolmetschen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft e. V.“ statt.
Bereits um 17:30 Uhr wird ein geführter Rundgang durch die Ausstellung angeboten. Die Teilnahme am Rundgang und an der Podiumsdiskussion ist kostenfrei. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Infos Im Überblick
Podiumsgespräch: Verstehen vor Gericht: Wie Sprache ein faires Verfahren ermöglicht
Termin: 04. November 2026, 19:00 bis 20:30 Uhr
Ort: Untere Wandelhalle im Neuen Rathaus, Martin-Luther-Ring 4, 04109 Leipzig
Gäste:
Prof. Dr. phil. Tinka Reichmann, Professorin für Translationswissenschaft an der Universität Leipzig
Prof. Dr. Michael Zwanzger, Professor für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Europäische Rechtsharmonisierung an der Universität Leipzig
Cornelia Bannack, Vorsitzende des Vereins beeidigter Dolmetscher und Übersetzer Sachsen e.V.
Moderation: Dr. Alexander Schwarz, Jurist und Co-Leiter des Programmbereichs Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung beim ECCHR, European Center for Constitutional and Human Rights. ECCHR ist eine unabhängige, gemeinnützige Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Berlin.
Eintritt: Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen: www.stiftung-forum-recht.de/kalender/verstehen-vor-gericht/
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